Untoter Mönch in Russland

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Iwolginski Dazan „Kloster Glück und die Fülle der Freude bringendes Rad des Lernens“ heißt das Kloster in dem er sich befindet: Hambo Lama Daschi-Dorscho Itigelow. Ein buddhistischer Mönch, der heute als Heiliger verehrt wird.

 

Auf eigenen Wunsch exhumiert

Daschi-Dorscho Itigelow wurde im Jahr 1852 geboren. Mit 15 Jahren ging er in ein buddhistisches Kloster in der Republik Burjatien. Schon damals sagte er voraus, dass er einmal Hambo Lama (Oberhaupt der russischen Buddhisten) werden würde. Später wurde er in das Aninsker Kloster (Chorinsker Bezirk der Republik Burjatien) eingeladen, wo er zum Doktor der Philosophie und der tibetischen Medizin ausgebildet wurde. 1911 wurde er dann tatsächlich zum Hambo Lama ernannt. 1927 verfügte er vor seinem Tod, dass er im Lotossitz bestattet werden solle und dass sein Körper nach ein paar Jahren wieder ausgegraben werden solle. Diesem Wunsch kamen seine Anhänger nach. Die erste Exhumierung fand 1955 – 28 Jahre nach seinem Tod – statt, eine weitere im Jahr 1973. Bei beiden Exhumierungen wurden keine Anzeichen von Verfall oder Verwesung gefunden. Beide Graböffnungen wurde zunächst geheim gehalten, da die Anhänger die antireligiösen Behörden des kommunistischen Russlands fürchteten.

2002 wurde Daschi-Dorscho Itigelows Körper schließlich nochmals exhumiert. Diesmal in Anwesenheit mehrerer Führer der buddhistischen Vereinigung Russlands. Außerdem wurde der Leichnam nach dieser Exhumierung medizinisch untersucht und befindet sich seitdem in einem einfachen, untemperierten Glassarg im Kloster Iwolginski Dazan.

 

Zwischen Leben und Tod

Itigelow sitzt seit 1927 in der Lotospose – ohne irgendeine Art von äußerer Stütze. Seine Haut ist immer noch weich und elastisch, seine Gelenke sind beweglich und er reagiert auf seine Umgebung. Gelegentlich soll er sogar Mund und Augen öffnen. Auch Blut und innere Organe sollen noch vorhanden sein. Alexander Hatschaturow, der Leiter der Moskauer Chemisch-Technologischen Universität, sagt in einer Reportage des ZDFinfo, dass es sich hier um eine lebendige Existenzform handele, von der wir zwar nichts wissen aber es dennoch ein lebendes System sei.

 

Ein Beweis für die Macht des Geistes?

Die buddhistischen Mönche sind überzeugt, dass Itigelow seinen derzeitigen Zustand durch Buddhas Lehren erreicht hat. Nach buddhistischem Glauben kann ein Meister, wie Itigelow es ist, tausende Jahre in seinem meditativen Dasein währen. Er ist der lebende Beweis dafür, dass der Geist eines Menschen die Materie überwinden kann.

Video des ZDFinfo-Kanals:

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