So wirst du Kritiksucht los (und manifestierst ein besseres Leben)

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Kritik, Freiheit, Leben

Bist du kritiksüchtig?

Kommentierst du oft in Gedanken das Verhalten deiner Mitmenschen?

Hast du oft das Bedürfnis andere Menschen zu verbessern, wenn sie im Unrecht sind?

Ärgert oder reizt es dich, wenn sich jemand in deiner Umgebung anders verhält als es angebracht wäre?

Sprichst du häufig mit Dritten über das Verhalten deiner Mitmenschen?

Ärgert es dich, wenn dir selbst oder anderen Fehler unterlaufen?

Wenn du auf mehrere dieser Fragen mit Ja geantwortet hast, bist du wahrscheinlich sehr kritisch mit dir selbst und den Menschen in deiner Umwelt.

 

Was ist Kritik?

Wikipedia definiert den Begriff als „Unter Kritik versteht man die Beurteilung eines Gegenstandes oder einer Handlung anhand von Maßstäben.“

Kritik ist also Beurteilung. Jedes mal, wenn du ein Urteil über eine Person, deren Gedanken oder Handlungen, fällst, bist du kritisch.

Wenn du sagst „Die Bedienung in dem Café heute war echt viel zu langsam.“, dann ist das Kritik. Das kleine Wörtchen „zu“ ist ein guter Indikator für Kritik. Wann immer jemand deiner Ansicht nach „zu…“ (langsam, schnell, leise, laut, zurückhaltend, aufdringlich…) ist, urteilst du über diese Person und bist kritisch. Häufig sind es aber nicht so sehr die Worte, sondern vor allem deine Gefühle, die dir zeigen, dass du gerade wieder mit Kritik um dich wirfst. So kann der Satz „Die Kollegin war heute Morgen 10 Minuten zu spät.“ eine schlichte Feststellung sein; sie kann aber auch Kritik sein, wenn du dabei Gefühle wie Gereiztheit, Genervtheit, Ärger, Wut, ein Gefühl von Ungerechtigkeit oder ähnlich unangenehme Emotionen in dir spürst.

 

Ist Kritik etwas schlechtes?

Kritik ist nicht grundsätzlich schlecht. In manchen Fällen hilft sie uns tatsächlich voranzukommen. Allerdings sind viele Menschen heutzutage geradezu süchtig nach Kritik. Egal was ein Mensch tut oder sagt, es wird sicherlich immer jemanden geben, der damit nicht einverstanden ist und das auch zum Ausdruck bringt. Und oft wird Kritik auch nicht offen ausgesprochen und mit der Person, die es betrifft diskutiert. Vielmehr erfolgt sie in Gedanken und häufig auch im Gespräch mit Dritten.

Wie oft bist du in deinen Gedanken in die Angelegenheiten anderer Leute verstrickt?

Wir haben es uns angewöhnt fast permanent eine kritische Haltung einzunehmen und ständig nach Gegenargumenten oder zumindest Schwachpunkten in den Gedanken und Handlungen anderer zu suchen. Facebook ist dafür das beste Beispiel. Wahrscheinlich wäre dieses Konzept nie so erfolgreich geworden, wenn es nicht die Möglichkeit böte an allem direkt und doch geschützt Kritik zu üben. Die meisten Kommentare erhalten stets die Posts, die ein Thema anschneiden zu denen es mindestens zwei entgegengesetzte Meinungen gibt (zum Beispiel Vegan oder Fleisch, was ist die bessere Ernährung?).

 

Selbstkritik

Ein weiteres großes Kapitel ist die Selbstkritik. Wer anderen schnell mit Kritik begegnet, wird auch bei sich selbst kaum Milde walten lassen. Dabei ist es schon genug, wenn die Selbstkritik nur auf gedanklicher Ebene stattfindet. Beobachte einmal die Gespräche mit dir selbst, die über den Tag ablaufen. Wie viel Kritik an dir selbst ist dabei?

 

Was macht das Kritisieren mit uns selbst?

Kritik, also Urteilen, ist das Gegenteil von Annehmen, Akzeptanz, Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit. Wer sensibel genug ist, spürt allein beim (gedanklichen oder lauten) sprechen dieser Worte eine höhere und somit angenehmere Schwingung. Wir alle wünschen uns Akzeptanz, Wertschätzung, Anerkennung und Dankbarkeit! Kein Mensch auf dieser Welt würde es bevorzugen Kritik zu bekommen. Doch wenn wir Kritik aussprechen, erzeugen wir sie zunächst in uns selbst! Wir selbst sind es, die dieses unangenehme Gefühl mit uns herumtragen. Und nur, weil es sich so schwer und belastend anfühlt diese Last permanent in uns zu spüren, verspüren wir so oft das Bedürfnis darüber zu sprechen. Für einen Moment erleichtert das die Last. Wenn wir Glück haben ist unser Gesprächspartner sehr bewusst und schenkt der Kritik keine weitere Aufmerksamkeit. Wesentlich häufiger jedoch wird uns unser Gesprächspartner in unserer Denkweise bestätigen und vielleicht eigene kritische Gedanken mit einwerfen, so dass am Ende beide nur noch mehr Kritik in sich tragen.

 

Mache ein Experiment und probiere es aus!

Um aus der Kritiksucht zu kommen, ist es das beste Mittel deinen Fokus zu ändern. Im Moment bist du gut darauf trainiert Fehler zu finden. Das ist nicht deine Schuld und du kannst es ab jetzt ändern. Schreibe jeden Abend eine Liste von Dingen/Personen/Ereignissen, für die du dankbar bist. Wenn es zum Beispiel eine bestimmte Person ist, der du besonders häufig kritisch gegenüber bist, so versuche möglichst viel an dieser Person zu finden, das in dir Wertschätzung, Anerkennung, Dankbarkeit auslöst. Wenn es dir schwer fällt zu einer bestimmten Person oder einem bestimmten Ereignis Dinge aufzulisten, beginne mit etwas, wo es dir leicht fällt. Sobald du das warme wunderbare Gefühl von Dankbarkeit, Wertschätzung und Anerkennung in dir spürst, wird es dir auch mit deinen anderen Themen leicht fallen.

Diese Übung machst du vor allem für dich selbst! Es geht nicht darum zu einem besseren Menschen zu werden, weil du weniger Kritik übst. Es geht darum zu spüren wie viel besser es dir geht, wenn du deinen persönlichen Fokus änderst. Es ist deine Wahl wie du die Welt siehst. Mach dir das Leben leicht, du verdienst es!

 

Je mehr man kritisiert, um so weniger liebt man.

– Honoré de Balzac

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