Sich sorgen = Liebe?

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Wenn man jemanden gern hat und liebt, macht man sich Sorgen um diesen Menschen. Das scheint eine allgemein akzeptierte Tatsache zu sein. Jeder kennt das Gefühl und solche Situationen. Die Mutter macht sich Sorgen um ihr Kind, wenn es auf die neue Schule geht, die Ehemann macht sich Sorgen um seine Frau, wenn sie bei schlechtem Wetter mit dem Auto unterwegs ist. Gründe sich um jemand anderen zu sorgen gibt es unendlich viele und für so manchen gilt es als Ausdruck von Liebe sich Sorgen zu machen.

 

Sorgen sind ein Bedürfnis nach Kontrolle

Sorgen machen wir uns immer dann, wenn wir das Gefühl haben die Dinge nicht kontrollieren zu können. Deshalb machen wir uns besonders oft Sorgen um andere Menschen und seltener um uns selbst, denn andere können wir nicht kontrollieren. Ebenso wenig können wir unsere Umwelt und äußere Umstände kontrollieren. Dieses Gefühl, das die Dinge außerhalb unserer Kontrolle sind, erzeugt Angst.

 

Sorgen bedeuten mangelndes Vertrauen

Nehmen wir an eine Mutter sorgt sich um ihren Sohn, weil er seit einem halben Jahr vermehrt schlechte Noten nach Hause bringt. Die Mutter macht sich jetzt Sorgen um die Zukunft des Sohnes, denn mit schlechten Noten wird er es schwer haben (das ist zumindest ihre Überzeugung). Die Botschaft, die die Mutter damit aussendet ist „Ich glaube nicht an deine Fähigkeiten deine Leistung wieder zu verbessern.“, „Ich glaube nicht an deine Fähigkeit einen Studienplatz oder eine Lehrstelle zu finden.“, „Ich glaube nicht an deine Fähigkeit dein Leben richtig zu leben.“. Gleichzeitig hat die Mutter vermutlich eine recht klare Vorstellung davon, was der Sohn jetzt zu tun hat, um die Situation zu verbessern – sie möchte die Kontrolle übernehmen, um ihr eigenes Gefühl der Unsicherheit und Angst zu bekämpfen. Dass unter diesen Voraussetzungen jedes Gespräch mit dem Sohn in mindestens Unwohlsein endet ist vorauszusehen.

 

Konzentriere dich auf dich selbst und dann…

Wenn wir uns Sorgen machen, möchten wir im Grunde, dass jemand anders sich so verhält wie wir es für angebracht halten, damit wir selbst uns gut fühlen können. Jeder der sich Sorgen macht, macht das nur aus dem Bedürfnis heraus sich besser fühlen zu wollen. Und das ist auch völlig normal! Natürlich sind wir immer auf der Suche danach uns besser zu fühlen! Leider ist der Ansatz, unser eigenes Wohlbefinden von dem Verhalten anderer abhängig zu machen von vornherein zum Scheitern verurteilt. Du musst dafür sorgen, dass du dich besser fühlst. Es ist allein deine Verantwortung und das ist auch das einzige worüber du wirklich Kontrolle hast! Du hast die Fähigkeit Gedanken zu denken, die sich besser anfühlen. Du bist in der Lage zu entscheiden, ob du einen unangenehmem Gedanken weiterdenken willst oder ob du dich lieber auf etwas anderes konzentrierst. Du änderst die ganze Zeit deine Gedanken, springst von einem zum anderen. Alles was du tun musst ist die Richtung zu bestimmen. Bewegst du dich in Richtung Wohlbefinden und Harmonie oder in Richtung Unwohlsein und Angst? Höre auf deinen Bauch und dein Herz. Du kannst spüren welche Gedanken dir gut tun und welche nicht. Wähle selbst wo du hin möchtest und mach dich frei von dem Verhalten anderer. Wenn die Mutter aus unserem Beispiel von oben sich so in eine harmonische Haltung gebracht hat und dann mit ihrem Sohn spricht, wird das mit Sicherheit ein viel besseres Gespräch werden.

Denke nicht so viel darüber nach, wer für oder gegen dich ist, verwende lieber all deine Sorge darauf, dass Gott bei allem mit dir ist!

– Thomas von Kempen

 

Quellen:
http://weisheiten-aus-jahrtausenden.de/

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