Geschenke des Lebens

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Geschenk

Geschenke sind eine tolle Sache! Wer bekommt nicht gern ein Geschenk? Besonders Kinder können sich lautstark und mit ganzem Herzen freuen, wenn sie etwas geschenkt bekommen. Viele Erwachsene jedoch haben Schwierigkeiten damit Geschenke wirklich anzunehmen.

 

Handelsabkommen statt Geschenke

Kinder können Geschenke annehmen und sich darüber freuen. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, was sich der Schenkende wohl dabei gedacht hat. Sie nehmen voll Freue an was sie bekommen.

Im Laufe des Erwachsenwerdens ändert sich dieses Verhalten. Beschenkt werden gleicht mehr und mehr einer Art Handelsabkommen. „Du schenkst mir etwas, also muss ich dir auch etwas schenken“ ist nun oft der Hauptgedanke beim schenken und beschenkt werden. Um das Ganze möglichst fair zu gestalten, sollten natürlich beide Parteien ungefähr den gleichen Einsatz leisten. Oft werden deshalb Budgets festgelegt. Und wehe einer der beiden Beteiligten hält sich nicht an das Abkommen. Nach Weihnachten konnte ich immer wieder die Beschwerde hören, dass der Partner/Freundin/etc. entgegen der Absprache ein wertvolleres Geschenk gekauft hat. Teilweise waren die Beschenkten sogar so zornig über diesen „Vertragsbruch“, dass sie das Geschenk schlicht abgelehnt haben. Andere haben es angenommen und fühlen sich seither schuldig, dass ihr eigenes Geschenk „minderwertig“ war.

 

Schenken verliert seinen Sinn

Wer die Idee hat, dass jedes Geschenk immer eine gleichwertige Gegenleistung verlangt, verliert die Freude am Schenken und am Beschenkt-werden. Diese Einstellung ist es, die den massiven Stress verursacht, den viele Menschen verspüren, wenn es darum geht jemandem ein Geschenk zu machen. In der Vorweihnachtszeit, der Hauptsaison der Geschenke, wird das jedes Jahr besonders deutlich. In dieser Zeit verlangt es die Tradition einem jedem „Handelspartner“ ein passendes Geschenk zu überreichen und es sollte besser den Bedingungen des Abkommens entsprechen.

 

Geben und Nehmen sind natürliche Prozesse

Wir sollten die Gedanken über den „Wert“ eines Geschenkes vollkommen aufgeben. Sei es nun der finanzielle Wert oder der zeitliche Aufwand der in ihm steckt. Egal, ob als Schenkender oder Beschenkter. Wer diese Ideen aufgeben und loslassen kann, dem eröffnet sich eine neue Welt. Jeden Tag gibt dir das Leben Geschenke und jeden Tag hast auch du die Gelegenheit Geschenke zu machen. Nehmen und Geben sind natürliche Bestandteile des Lebens. Beides – Schenken und Beschenkt-werden – müssen zugelassen werden. Nur wer mit Freude und aufrichtiger Dankbarkeit (die nichts mit Schuldgefühlen jeglicher Art zu tun hat) Geschenke annehmen kann, ist auch in der Lage mit Freude und ohne Erwartungen auf eine Gegenleistung zu schenken. Geben und Nehmen ist gleichwertig. Leben bedeutet immer sowohl zu geben als auch zu nehmen und der, der beides mit innerer Freude tut, erfährt den wahren Wert des Schenkens und Beschenkt-werdens.

 

„Schenke und lass dir schenken. Es wird ein seliges Nehmen sein.“

– Emil Gött

Quelle: https://www.aphorismen.de/zitat/21347

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